Die Ernst-Reuter-Initiative für Dialog und Verständigung der Kulturen
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Unterschiede in den Wahrnehmungen und in den Empfindlichkeiten entlang kultureller oder religiöser Trennlinien sind in den vergangenen Jahren in den Fokus der Wahrnehmung gerückt. Der so genannte Karikaturenstreit hat erneut gezeigt, wie wichtig gegenseitiger Respekt, Empathie und das Wissen um kulturelle Zusammenhänge sind. Die beiden Außenminister Deutschlands und der Türkei haben zur Deeskalierung des damaligen Konflikts beigetragen. Ausgehend von einem gemeinsamen Namensartikel in „Bild“ und „Hürriyet“ haben sie beschlossen, die Zusammenarbeit zur Überwindung kultureller und religiöser Missverständnisse und unterschiedlicher Wahrnehmungen nachhaltig zu intensivieren und zugleich für den Respekt der kulturellen Vielfalt zu werben. Dialog lebt von Unterschieden, zwischen Menschen und zwischen ihren Überzeugungen. Kulturelles Selbstbewusstsein statt Uniformität ist hierfür eine Voraussetzung. Eine Debatte über die zentralen Grundwerte – Gerechtigkeit, Freiheit und Gleichheit – ist notwendige Voraussetzung. Unterschiede identifizieren, zusammen nach Lösungen suchen und die gemeinsame Zukunft mit Respekt für die Verschiedenheit gestalten: dazu will diese Initiative aufrufen.
Die seit langem bestehenden partnerschaftlichen Beziehungen, das wichtige Beispiel der Türkei als islamisch geprägter Gesellschaft in einem modernen, auf demokratischen und rechtsstaatlichen Grundlagen errichteten Staat und nicht zuletzt die zahlreichen in Deutschland lebenden Bürgerinnen und Bürger, die einen biographischen Bezug zur Türkei haben, lassen Deutschland und die Türkei besonders gut geeignet erscheinen, den interkulturellen Dialog zusammen voranzubringen und zugleich durch diese Zusammenarbeit Mut zu machen und Beispiel zu geben über unsere Länder hinaus.
Deutschland und die Türkei verdanken einander viel. Deswegen haben die beiden Außenminister beschlossen, die gemeinsame Initiative nach Ernst Reuter zu benennen, der als verfolgter Sozialdemokrat das Naziregime im Exil in der Türkei überlebte, die türkische Regierung beriet und nach seiner Rückkehr Regierender Bürgermeister von Berlin wurde.
Mehr zum Thema finden Sie unter den folgenden Links:
Homepage der Ernst-Reuter-Initiative
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